Warum muss Abwasser gereinigt werden?
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Mechanische, biologische und chemische Reinigung
Das 1973 in Betrieb genommene Klärwerk ist das Herzstück der Abwasserbeseitigung in der Region. Hier wirkt hochmoderne Technik nach naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Die Reinigung erfolgt in drei Prozessphasen: mechanisch, biologisch und chemisch. Die mechanischen Vorgänge nutzen die physikalischen Eigenschaften ungelöster Schwebstoffe zur Trennung: Schwere setzen sich ab, leichte schwimmen an die Oberfläche. Die biologischen Vorgänge wenden die Selbstreinigungskräfte der Natur an. In der chemischen Phase verstärken Zusätze die Absetzbarkeit von Stoffen.

Die erste Reinigungsphase, die mechanische Vorreinigung, besteht aus drei Elementen: Rechen, Sand- und Fettfang sowie Vorklärbecken. Der Rechen siebt Grob- und Faserstoffe wie Textilien, Plastik, Steine oder Äste aus. Im folgenden Sandfang sinken Feststoffe, die schwerer als Wasser sind wie Sand, Feinkies oder kleine Metallteile zu Boden, Leichtstoffe wie Öl, Fett oder Benzin schwimmen an die Oberfläche. Im Vorklärbecken ist die Fließgeschwindigkeit so gering, dass sich auch feine Schwebstoffe wie Schlamm und Fäkalstoffe absetzen. Abzugseinrichtungen trennen die Schwer- und Leichtstoffe vom Abwasser. Nach dieser Stufe sind die Feststoffe aus dem Abwasser entfernt und seine organische Verschmutzung ist um 25 bis 35 Prozent reduziert.

In der zweiten Reinigungsphase folgt die biologische Reinigung, in Neufinsing in zwei parallel laufenden Reinigungsstraßen. In den Belebungsbecken nehmen Mikroorganismen die organischen Schmutzstoffe als Nahrung auf und scheiden sie als einfache organische Verbindungen, mineralische Stoffe oder Gase aus. Diese Reaktionen sind der Selbstreinigung natürlicher Gewässer nachempfunden, sie laufen unter optimierten Bedingungen ab. Die Hauptarbeit leisten Bakterien. Von ihnen ernähren sich Einzeller, die von noch höher organisierten Organismen gefressen werden. Diese vernetzte Lebensgemeinschaft mit unterschiedlichen Stoffwechselleistungen und Anforderungen ist Voraussetzung dafür, dass die verschiedenen Abwasserinhaltsstoffe abgebaut werden können. Am Ende der biologischen Reinigung verbleibt eine Restverschmutzung von ein bis zwei Prozent im gereinigten Abwasser. Die biologische Phosphorreduzierung gelingt nur in geringem Umfang, sodass der Phosphor in Neufinsing größtenteils durch chemische Fällung entzogen wird.
In der dritten Reinigungsphase wird im Nachklärbecken der „Belebtschlamm“, dessen Flocken aus Mikroorganismen sowie anorganischen Ein- und Ablagerungen bestehen, vom gereinigten Abwasser getrennt. Es entsteht Klärschlamm, der in Faultürmen behandelt wird. Bei der dort ablaufenden Faulung zersetzen Mikroorganismen im sauerstofffreien Milieu die Inhaltsstoffe. Dieser Prozess reduziert die Klärschlammmenge auf ein Drittel; übrig bleiben Wasser und Klärgas. Das wird im Gasbehälter gesammelt und zur Stromerzeugung genutzt. „Der Einsatz des Klärgases als Energiequelle für zwei Blockheizkraftwerke deckt“, wie Lippacher sagt, „60 Prozent des Energiebedarfs der Kläranlage.“ Als Nebeneffekt entsteht Wärme für die Heizungsanlage. Der angefaulte Schlamm wird nach weiterer Trocknung in den Landschaftsbau abgegeben.
Abgeklärte Sicherheit
Vor den Kläranlagenablauf ist ein Biofilter geschaltet. Das ist ein Sandfilter, der letzte Schwebstoffe zurückhält. Mit ihm können die geforderten Grenzwerte für das gereinigte Abwasser eingehalten werden. Um dies abzusichern, werden alle biologischen und chemischen Vorgänge der Kläranlage im eigenen Labor überwacht. Zusätzlich findet eine regelmäßige amtliche Überwachung statt. Das „Hightec-Unternehmen“ Kläranlage funktioniert nur mit qualifiziertem Fachpersonal. Ver- und Entsorger, Elektriker, Schlosser, Maschinenbauer, Maurer und Chemotechniker sind für unser Wasser im Einsatz.
Öffnungszeiten:
Montag mit Freitag 8:30 - 12 Uhr
oder nach Vereinbarung
Notdienst Abwasser:
0171/7628859
Notdienst Wasser:
0171/8178853